Mein Herz ist schwarz wie Deine Coca-Cola
Filed under: personifizert — shorty @ 11:26 pm
… bevor ich zur Erlaeuterung dieses genialen Satzes gelange, muss ich wohl erst am Donnerstag anhebeln:
Das Ganze ging am Donnerstag los. Sauerstoff (Stephan Schulz) hat sich fuer ein verlaengertes Wochenende in der Rodenbergstr. 9 eingenistet und diese als Dreh- und Angelpunkt seines ersten propperen Berlinbesuches angesetzt.
Also ich in den jungen Ingeneur abgeholt und in die naechste Shisha-Bar geschleppt, um seine Ankunft arabisch zu feiern. Passenderweise ein paar Weizen gezischt und Freitag zur Arbeit … das ist e-commerce … und drei Stunden Schlaf zu wenig.
Mit wenig Schlaf durch den Tag geschlenzt, trotzdem viel gebacken bekommen und mit dem Herren nach der Arbeit noch ein bischen durch Berlin getrabt, um anschliessend zu Hause nochmal ein Nickerchen vor Milenas Ankunft zu halten. Das hat uns den Abend gerettet, denn nachdem Milena ihren Salat verputzt hatte, sind wir ins Icon marschiert.
Was soll man schon gross erzaehlen … wir waren lange dort und hatten einen schicken Abend. Der Laden liefert feinsten D&B und besteht schon zehn Jahre … in Berlin also eine Ewigkeit. Was uns ein wenig die Stimmung verdorben hat war der Headliner “Nightmares on Wax”. Vielleicht war es zuviel verlangt, aber wenn sich da so eine Ikone fuer nur 30 Minuten mit seinem Powerbook hinpflanzt und einer Menge gelangweilt schnell ein paar Lieder aus seinem iTunes-Ordner vorduedelt, dann vergeht mir so ein klitzekleines bischen die Laune. Naja, der Club war gut, die Stimmung auch, die anderen Performer waren genial, und die 10 Euro haben uns auch nicht arm gemacht … aber das prangere ich an … wer weiss, was der Bub an Gage einkassiert.
Anywho - der Folgetag war aufgrund eines akuten Schlaf- und Wasserdefizites nur hinter kugelsicherem Glas zu geniessen … bevor wir uns der Abendgestaltung widmen erwaehne ich noch schnell unsere beliebtes Sushi-All-You-Can-Eat-Voelleri-Spezial bei Milenas altem Arbeitgeber … hmmmmm - lecker - und viel.
Jetzt aber zum zweiten Feiereispektakel. Das Rio stand auf dem Plan, und die schlechte Nachricht zuerst: Milena war nicht dabei :o( Aufgrund von Schlafmangel und grosser Konzentration (scheiss Praesi) war sie nach 30 Minuten Powerschlaf nicht mehr zum Aufbruch zu animieren. Daher sind Sauerstoff und ich alleine in … tja … wie nenne ich diese Kaschemme jetzt? Erstmal ein firmeninterne Beweihraeucherung zur Veranstaltung:
Rio, Verein der Freunde und Förderer zeitbasierter Medienkunst in metropolitanen Grossräumen, lädt ein ein zur großen Mediengruppen Ausstellung und Telekommander Installation. Don’t miss it!
Es war ein Teil Berlins ohne Baesse und Hoehen … also reines Mittenrauschen - eine Ansammlung lustiger Menschen, gepraegt durch faschistischen Nonkonformismus. Schon an der Garderobe hoert man zwanzigjaehrige Maedels, die in quietschendem Neonzwirn wahrhaftig folgende Saetze aeussern:
Ich lese jetzt den “Demian” von Hesse. Der ist ja sowas von genial. So boese und so roh.
Tja - auf Hesse reimt sich “Maul halten” … auch wenn ich selber Demian genossen habe, so ist er wirklich kein adäquates Gespraechsthema fuer die Garderobenschlange.
Aber; ich mag diesen Schuppen und sein Bewohner. In juengeren Jahren haetten mir Behausung und Bewohner arg Angst eingejagt. Jetzt weiss ich mittlerweile, dass ich schon das Haltbarkeitsdatum der Hippigkeit ueberschritten habe und geniesse eine gute Musikauswahl, skurrile Klamotten und vor allem das wohlverdiente Wochenende.
Zu dem Abend gehoerte auch der Auftritt der Mediengruppe Telekommander, die es mir wirklich angetan haben. Der Auftritt war geladen gut, und ich bin sogar gewillt den jungen Herren etwas von meinem wohlverdienten Taschengeld in Form von Vinyl abzugeben.
Einige werden sich wundern, dass mir Elektropunk aus Oesterreich gefaellt … aber hey - der Schulz hat schon Recht mit seinem Zitat “wenn es grooved, dann grooved es halt” … und die Buben haben gegrooved wie die Sau … hier der erste Eye- und Ear-opener eines sehr genialen Sets.
Beim zweiten Lesen faellt mir auf, dass ich meinen Zeilen gar keinen richtigen Bogen gegeben habe. Nun denn - es war ein sehr schoenes Wochenende, und ich habe mich gefreut, dass Milena und Sauerstoff wieder da waren … auch wenn es zu kurtz, zu ermuedend und einen Abend ohne Milena war. Berlin ist halt mehr als nur eine Reise wert.
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