Oh Mann, Lausanne
Filed under: Fingeruebung — shorty @ 10:02 am
Auf dem Bett im Hotelzimmer sitze ich im Schneidersitz vor meinem Laptop und sehne mich nach einem einzelnen verirrten WiFi-Signal. Leider ist das Best Western nicht die alpinelodge … mehr wage ich aus Hoeflichkeit nicht ueber unser Hotel zu verraten. Als einziges Schmankerl moechte ich dennoch etwas kurtz ueber die uebrigen Hotelgaeste loswerden.
Aus uns nicht ganz verstaendlichen Gruenden drueckt unsere Truppe massivst das Durchschnittsalter nach unten, und auch unser Potpourri aus interkontinentalen Nationalitaeten verwaessert das ueberwiegend Amerikanische Ambiente.
Die Erkenntnis, dass erst kuertzlich Memorial Day war, mag erklaeren, warum wir die einzigen Hotelgaeste sind, die weder den Strand an der Normandie gestuermt haben, noch die Einfuehrung von Autositzgurten (vorne!) als Freiheitsberaubung empfunden haben.
Soviel als nur zur Lage. Aber Lausanne als Stadt weist auch sonst Pekuliaritaeten auf:
Erstmal erinnert das Stadtbild unseres Viertels (Mon Repos) an eine technicolorisierte Verion von „unter den Daechern von Nizza“ … viele kleine Balkons unter bunten Daechern … und kein Haus scheint nach den Siebzigern erbaut worden zu sein.
An jeder Fussgaengerampel wird man erstmal aufgefordert die Gruenphase per Knopfeindruck einzuleiten, was zwei Sachen hervorruft: Kommt man in ein Gespraech vertieft an der Ampel an, kann es gut passieren, dass man erst eine Minute spaeter merkt, dass man bereits die zweite Gruenphase verpasst hat … UND – man erreicht nie einfach so eine gruene Ampel und muss jedes Mal warten … effizient durch die Stadt kommen ist anders.
Unsere Gegend ist so huegelig, dass man sich nach Skiliften sehnt, und mich alle paar Minuten ein neues Handynetz anpingt und mir seine guenstigen Roamingtarife anpreist. Ich hab extra nachgeschlagen … die Textnachrichten kosten kein Geld, denn sonst koennte man allein in Lausanne damit ein tuechtiges Geschaeftsmodel anleiern.
Unsere Workshops finden im PubliGroupe Hauptquartier statt, welches im Gegensatz zu den meisten Gebaeuden dieser Ecke Lausannes schon fast als hochmodern betitel werden kann. Wirklich auffallend ist die klassische Kleinbuerokultur in der sich Zweierzelle an Zweierzelle reiht … schon anders als auf der Plattform, aber fuer Telefonate garantiert vorteilhafter.
Bis jetzt waren es drei Tage gefuellt mit Finanzen … und so wie Kollegin Kra(u)sse in ihrem letzten Modul-Bericht ueber den „digitalen Osten“ berichtet hat, bin ich dieses Mal ueber die geringen Finanzvorkenntnisse meiner Mitstreiter schockiert. Ich dachte gerade in der Schweiz lernt man bereits in der Grundschule die elementarsten Finanzinstrumente, Portfoliopositionen und monetaere Realitaeten kennen und lieben … nicht der Fall.
Da kann ich mit Stolz behaupten, dass mich die Unimaas besser als erwartet auf den ganzen Humbug vorbereitet hat. Zwar werde ich weiterhin der Finanzbranche beruflich den Ruecken zuwenden, aber ich weiss immerhin warum er mich nicht sonderlich reizt.
Das wars dann auch fuers erste … nicht wirklich informativ … aber fuer eine Fingeruebung hat’s gereicht. Es bleibt hektisch, denn das ist e-kchommaers (das sollte jetzt einen Schweizer Dialekt darstellen)
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